
Theatertherapie
Bei Theater haben viele sofort ein Bild im Kopf: Eine Bühne, Vorhänge und Zuschauer – all dies gibt es in der Theatertherapie jedoch nicht. Vielmehr ist unser Arbeitsraum unsere Bühne und wir selbst – Teilnehmer*innen und Therapeutin – sind unter uns in einem geschützten Rahmen, welcher auch das Ansprechen und Bearbeiten tieferer Themen ermöglicht.
Die Theatertherapie gehört zu den künstlerischen Therapien – wie beispielsweise Musik-, Gestalt-, oder Tanztherapie – und entstand in den 1960er Jahren. Sie konzentriert sich primär auf einen ressourcen- und persönlichkeitsstärkenden Ansatz und ist im Ausland unter dem Begriff „Dramatherapie“ bekannt, wobei sie vor allem in den USA, UK und den Niederlanden bereits weit verbreitet ist.
Die Theatertherapie wird in allen psychosozialen Feldern angewandt, für Einzel-, Paar- und Gruppenangebote, und hat sich insbesondere auch bei eher schwierig erreichbaren Klienten und Problemfeldern bewährt, da die Arbeit in erster Linie auf der körperlichen Ebene stattfindet. Hierfür wird nicht nur auf biografisches Material zurückgegriffen, also sich mit der Geschichte der jeweiligen Klient*innen beschäftigt wie in der Gesprächstherapie, sondern es wird viel mit fiktiven Geschichten (Märchen, Mythen, literarische Texte usw.), die die gesamte Vielfalt menschlicher Aspekte enthalten, und mit Mitteln wie Symbolarbeit und Requisiten, gearbeitet.
Vor allem der spielerische, handlungs- und körperorientierte Ansatz, die Betonung des Erlebens und des Ausdrucks, erschließen neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten. Sie ermöglichen Zugänge zu Emotionen, die auf der verbalen Ebene nicht erreichbar scheinen und können dank ihrer künstlerischen, gestalterischen Form (der sog. “ästhetische Distanz“) einen hohen Grad an Schutz bieten.
